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  Wut-und Schreiattacken

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Beitrag  Verfasst am: 29.01.2010, 09:10

Hallo an alle,
ich muß mir mal einiges von der Seele schreiben, wo ich genau anfangen soll ich glaube im Juni 2009. Am 27,06,2009 erblickte unser zweiter Sohn Domenic das Licht dieser Welt da schien auch noch alles soweit in Ordnung zu sein unser großer der Florian (fast 9 Jahre) war tagsüber in der Schule von 7,00-16,00Uhr. Als aber dann die Sommerferien begannen hat man schon gemerkt das er sich verändert, wir haben unseren Tagesrythmus sogut es ging eingehalten, sind zu Fuß zum einkaufen gegangen oder waren spazieren oder aber auch auf dem Spielplatz. Sobald wir aber wieder zu hause waren fing Florian an zu spinnen, er rannte durch die Wohnung wie von einer Tarantel gestochen schrie rum manchmal so intensiv das er sich da richtig reinsteigerte und zum schluß war es wie als ob er weinen würde, ihm liefen die Tränen und er schümpfte dabei, auch mit seinen Spielsachen schmiß er um sich. Als wir dan Ende August eine Woche Urlaub bei meinen Schwiegereltern machten war die ganze Situation noch schlimmer, Florian ist früh schon schreiend und weinend aufgestanden am Frühstückstisch naja kan man gar nicht so genau beschreiben mit Wiederwillen haben wir ihn hingesetzt damit er was isst kannst de voll vergessen aufgesprungen ist er so das alles ins wackeln gekommen ist. Mein Mann also Florian sein Papa ist mit ihm raus zum spazieren haben gedacht das das vielleicht hilft weil Florian sonst immer gern drausen ist alles anfäßt und untersucht aber auch das hat ihm nicht gefallen. Also was haben wir gemacht sind wieder nach hause gefahren, man das war uns so peinlich, das eine mal waren wir spazieren und wollten anschließend noch im Cafe einen Eisbecher essen die Leute wie die alle geschaut haben ne das geht gar nicht. Wir haben als wir wieder zu hause waren einen Termin bei unserer Ärztin gemacht der dan ende September statt gefunden hat Blutabnahme, EEG geschrieben alles wunderbar nichts wo man sagen konnte daran liege es, viele meinten er sei Eifersüchtig aufs Baby, konnte ich mir nicht ganz vorstellen, weil er ihm nichts getahn hat und auch so hat Florian kein Interesse an Domenic gezeigt. Jedenfalls bei der Ärztin sie hat uns dann ein Medikament aufgeschrieben (Risperdal 0,5mg) was Florian in zwei Dosen früh und abends bekommen soll, was wir dann auch schritt für schritt eindosiert haben. Okay irgendwann haben wir festgestellt es scheind zu helfen, Florian wurde ruhiger er schlief viel. Die von der Schule wollten dan wissen wann wir das Medikament wieder ausschleichen weil man es nur 6 Wochen am stück nehmen soll? Wir haben mit rücksprache der Ärztin 3 Monate draus gemacht und die Zeit war schön (schön ruhig). Zwischen Weihnachten und Neujahr haben wir dan mal vergessen eine Dosis zu geben was wir dan gleich genutzt haben mit der ausschleichung des Medikamentes. Florian wurde wieder aktiver und wacher, er hat sonst immer im Bus auf dem nachhause Weg sein Nickerchen gehalten was nun nicht mehr der Fall ist, Mittags schlafen was ist das? nein auch das gibt es nicht mehr. Von der Schule kam das Fazit: Florian ist so verschmußt und kuschelbedürftig er zeigt uns wenn er was noch mal machen möchte z.b. Geräusche am Ohr und er ist viel wacher schläft nicht mehr auch leider nicht im Bus. Abends geht er um 18,30Uhr ins Bett er schläft beim Papa auf dem Schoß ein. Seit ungefähr 2 Wochen macht er dann ab 2,00Uhr mal früher mal später die nacht zum Tag. Er schreit rum tritt gegen das Gitter von seinem Bett, man geht zu ihm rüber ins Zimmer legt ihn wieder hin deckt ihn zu hofft jedesmal das er nochmal einschläft aber leider ohne Erfolg. Wir sind jetzt wieder am überlegen das Medikament Risperdal wieder einzuführen. Kennt vielleich jemand dieses Problem und gibt es nicht noch andere Möglichkeiten Florian ruhiger zu bekommen? Danke fürs zuhören und wir freuen uns auf jede Antwort. Liebe Grüße Ivonne
(Grinsebacke Flori)

Grinsebacke Flori




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Bei seit:: 30.05.2007
Beiträge: 8
Wohnort: 93104 Sünching
 

Beitrag  Verfasst am: 29.01.2010, 22:30

Hallo Ivonne
also unsere Severine ist indessen bald 17 Jahre.Auch sie nimmt Risperdal.und zwar schon seit 3 Jahren ohne unterbruch.Sie nimmt morgens und abends je 0,75 mg.Wir haben nie damit aufgehört sondern langsam gesteigert.Ich weiss ,das es ihr auch nicht gut geht wenn sie unruhig und sich fühlt wie wenn sie 1000 Ameisen im Hintern hätte.Abends geht auch sie früh ins Bett,kriegt Melatonin zum richtig ruhig einschlafen und auch sie hat Nachts X- mal ihre Wachphasen.Da sie ein Bett mit Gitter bis zur Decke hat,nicht angebunden ist und ohne Decke schläft,lassen wir sie einfach spielen,bis sie selber wieder einschläft.Es geht allen bestens seit wir sie einfach spielen lassen.Es kann ihr ja nichts passieren und sie lacht und klatscht und ist zufrieden.Solche Betten gibt es bei euch in Deutschland auch.Frag doch sonst Angelika Kodat.Sie hat auch eines für Ann-Fabienne,sie sagt dir sicher wo sie es her hat.Unsere Kinder sind eben speziell und brauchen daher auch spezielle Dinge und wenn euer Sohn nachts auch nicht durchschläft so denk ich geht es ihm trotzdem gut.Auch wegem Risperdal,lass es doch einfach drin und die Dosis auf Nachts darf auch ruhig mehr sein als am Tag.Rede mal mit eurem Arzt.Wahrscheinlich geht es Florian auch nicht gut,wenn er so überdreht und unruhig ist.Er spürt sich zwar schlecht,aber er spürt das etwas nicht gut ist.Viel Erfolg und Geduld wünscht dir Doris mit Severine aus der Schweiz

doris friedrich




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Bei seit:: 31.07.2006
Beiträge: 85
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Beitrag  Verfasst am: 30.01.2010, 09:33

Hallo Doris,
danke für deine lieben Worte die mir irgendwie auch gut tun. Florian hat auch schon ein Gitterbett zwar noch nicht bis hoch zur Decke aber das wird bestimmt auch irgendwann noch kommen. Es wäre auch schön wenn Florian sich in der Zeit wo er wach ist mit irgendwas beschäftigt aber er schmeißt ja alles aus seinem Bett und tritt gegen die Gitter. Wir haben auch gestern Abend wieder mit Risperdal begonnen wo Florian aus der Schule kam das war nicht zum aushalten so das mein Mann gesagt hat wir nehmen das Medikament wieder, und die Nacht war wunderschön Ruhig zum durchschlafen, natürlich lag das noch nicht am Risperdal aber trotzdem. Danke nochmal für deine lieben Worte und viele Grüße in die Schweiz Ivonne und Familie

Grinsebacke Flori




Alter: 32 Geschlecht:
Bei seit:: 30.05.2007
Beiträge: 8
Wohnort: 93104 Sünching
 

Beitrag  Verfasst am: 30.01.2010, 20:35

Liebe Ivonne,
wir haben damals mit Susanne auch so einiges durchgemacht, der Arzt meinte damals ich solle sie einfach ins Bett legen und schreien lassen...das Ergebnis Susanne hat nicht aufgehört zu schreien sondern so lange geschrien bis sie im hohen Bogen erbrochen hat.
Viel Geduld und Ruhe bewahren, waren das einzige was bei uns geholfen hat. Wir hatten damals noch keine Diagnose, also konnten wir auch keine Medis geben.
Ich wünsche Euch die Kraft und Ruhe die Zeit zu überbrücken.
LG Kerstin

Kerstin
Profi



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Bei seit:: 29.05.2006
Beiträge: 259
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ICQ-Nummer

Beitrag  Verfasst am: 01.02.2010, 12:08

Liebe Ivonne,

auch meine heute 31 jährige Tochter Katja, hatte in ganz jungen Jahren jahrelange Schreiphasen etc., und das tag und nachts. Wir waren machtlos und meine Familie und ich irgendwann völlig ausgebrannt, bis wir sie in eine Einrichtung geben "mussten". Gott sei Dank nur 3 Min. Autofahrt von uns entfernt...
Für den Betroffenen selbst sind solche Phasen auch sehr anstrengend und sie können ja nichts dafür. Da kann ich mich Doris Meinung nur anschließen und dazu raten, es mit Risperdal versuchen in den Griff zu bekommen, bevor Sie als Mutter und auch die ganze Familie daran zu Grunde geht.

Bei Katja hatte der Versuch mit Medikamenten leider keinen Erfolg, aber sie ist allerdings seit vielen Jahren im Verhalten und Wesen das Gegenteil von damals. Ruhig und ausgeglichen, was auch mit der Gabe anderer Antiepiletika, als sie früher bekam, zusammenhängt. Sie kann sich verbal nicht äußern und wenn sie etwas möchte und wir nicht gleich darauf kommen was, dann aber wird sie ärgerlich und das auch mit Recht.

Eine Therapie, die man auch mit autistisch veranlagten Kindern macht, wäre zur Unterstützung sicher auch ratsam, sollten Sie in der Umgebung eine Gelegenheit dazu haben.

"Kopf hoch", es wird schon irgendwann und irgendwie wieder gehen! Ich wünsche dazu alles Gute und recht baldigen Erfolg!

LG
Renate Bühren

Renate Bühren
Site Admin



 
Bei seit:: 30.05.2006
Beiträge: 262
 

Beitrag  Verfasst am: 01.02.2010, 14:06

Liebe Ivonne,

Unser Joachim (18J.) war am Wochenende bei uns und ich konnte nicht früher auf Deinen Beitrag antworten.
Joachim hat seit Jahren ein sehr herausforderndes Verhalten, er kann ein sehr selbst- wie fremdverletzendes Verhalten aufweisen. Eigentlich haben wir das viel zu lange aushalten wollen, was der ganzen Familie nur geschadet hat. Er bekommt ununterbrochen jetzt das fünfte Jahr Risperdal.
Leider bekommt Joachim noch zusätzlich Seroquel und Zyprexa Velotab. Eigentlich sollte man Psychopharmaka nicht mischen, doch einzeln hatten wir keinen wirklichen Erfolg! Jahrelanges Ausprobieren mit verschiedenen Psychiatrie-Aufenthalten, Epiklinik, Kriseninterventionszentrum usw.

Wieviel bekommt Florian täglich davon? Risperdal gibt es bei uns in der Schweiz noch in Quicklet Ausführung. Diese sind wie Schaumtabletten, welche sofort über die Mundschleimhaut aufgenommen werden, nicht über den Magen. Sie sind in 0.5mg erhältlich. Bei der klassischen, fixen Form lässt sich eine 0.5mg Tablette gut nochmals teilen, was sehr wirksam ist! Joachim kriegt morgens und abends nur ein halbe Tablette. Wir haben aber immer noch andere Therapieformen mit Joachim gemacht ( heilpädagogisches Reiten, Eurythmie, Musiktherapie, Massagen) alles war sehr wirksam, immer im Wechsel, mit Pausen, er lernte sich vor allem besser körperlich spüren. Das Ergebnis war, dass wir die Dosierungen auch wieder reduzieren konnten! Bei Carlos Escalera von Hamburg lernet ich die DOKI (Dialog Orientierte Körperliche Intervention) Diese liebevolle Haltetechnik und Begleitung hat uns am allermeisten gebracht. Ich konnte Joachim sagen, wenn Du Dich selber nicht mehr halten kannst, so halte ich Dich bis Du es wieder selber kannst. Dies war letztendlich eine Erlösung und Wohltat für ihn und eine Schadenbegrenzung für uns. Hinterher hat ihm sein selbst. wie fremdverletzendes Verhalten sehr Leid getan, doch er war emotonal einfach mit sich und der Welt überfordert und konnte nicht anders und dies war natürlich immer von sehr lauten Schreiattacken begleitet!
Joachim bekommt morgens niedrigere Dosierungen als Abends, dass er tagsüber wacher ist, oder erst mittags und abends geben, war auch schon eine erfolgreiche Idee. Einfach ausprobieren, doch genug lange gleich behalten (1-2 Wochen), es pendelt sich oft erst später erfolgreich ein, und dann möglichst belassen, ganz rythmisch, mal geben mal nicht ist eine fürchterliche seelische Achterbahn für die Betroffenen wie dann für die Umgebung.

Viel Mut neue Wege zu gehen und viel Zuversicht und Kraft wünscht Euch

Monika

Monika Suntheim




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Beiträge: 196
Wohnort: CH-3110 Münsingen
 


  
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